Erfahrungsbericht vom Hypophysen- und Nebennierentag 2016 in Landshut

Am 23.4. fand im Landshuter Café am Isartürl der 1. Landshuter Hypophysen- und Nebennierentag der Regionalgruppe Regensburg / Landshut statt. Erweitert wurde die Runde durch Mitglieder der Regionalgruppe Linz, einigen weiteren süddeutschen Städten und durch Partner bzw. Eheleute der Gruppenmitglieder! Schon beim Betreten der Räumlichkeiten wurde schnell klar, dass es ein besonderer Tag werden sollte. Die weiß getünchten Gewölbedecken und das entspannte Umfeld der Einrichtung gaben der Tagung eine gemütliche Atmosphäre.

Nach einleitenden Worten der Organisatorin u. Gruppenleiterin Gabriele Mirlach zum Ablauf, sprach auch die Leiterin des Hauses, Frau Gabi Wachter, einige Worte, um den Hintergrund der Einrichtung zu erläutern.

Die nachfolgenden Vorträge des Tages waren nicht nur von der Fachkompetenz der Referenten geprägt, sondern auch von einem eigenen Präsentationsstil eines jeden Redners. Besonders die Ärzte überraschten mit plötzlich aufblitzendem Bild- und Wortwitz!

Der erste Vortrag von Frau PD Dr. med. Heike Künzel beschäftigte sich mit möglichen psychischen Problemen und deren Bewältigung. Sie wies einfühlsam darauf hin, dass häufig ein Unterschied zwischen der Situation vor und nach der Krankheit für die Betroffenen wahrnehmbar ist. Sie zeigte verschiedene Handlungsfelder auf, die jeder Patient aber auch Angehörige und Freunde beachten können. Deutlich legte sie auch dar, dass es keine Schwäche ist, professionelle Hilfe aufzusuchen, wenn die persönlichen Eingriffsmöglichkeiten nicht ausreichen sollten.

Frau Dr. med. Christine Mücke hingegen widmete sich dem Körper selbst. Die Ernährung stand hier im Vordergrund. So wurden die Zusammenhänge zwischen optimalem Essen, Wohlbefinden und dem daraus resultierenden allgemeinem Befinden der Patienten aufgezeigt. Auch Tipps zur täglichen Umsetzung wurden weitergegeben – immer an anschaulichen Beispielen und ohne erhobenen Zeigefinger.

Mit fortgeschrittener Zeit fügte sich auch das Thema „Altern mit Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen“, dass von PD Dr. med. Harald Schneider behandelt wurde, ebenfalls sehr gut ein.

Während der Mittagspause entwickelten sich schnell intensivere Gespräche an den Tischen. Erfahrungen wurden ausgetauscht, Tipps weitergegeben und Kontakte geknüpft. Dadurch waren auch die Pausen für die Teilnehmer sehr wertvoll und sehr unterhaltsam.

Um mit gefülltem Magen nicht in ein Mittagstief zu fallen, war der nächste Vortrag sehr praxisbezogen! Herr PD Dr. med. George Vlotides und die Endokrinologieassistentin Frau Johanna Müller zeigten überaus anschaulich, worauf es in den verschiedensten Lebenssituationen bei der Substitution mit Cortison ankommt. Die Beispiele handelten von konkreten Krankheitsbildern, Reisen, etc. , so dass jeder sich angesprochen fühlte. Fragen der Vortragenden an das Publikum gestalteten diesen Teil sehr aktiv. Die vielen zusätzlichen Fragen aus dem Publikum zeigten ebenfalls, dass das Thema Substitution nach wie vor ein sehr wichtiger Punkt bei vielen Krankheitsbildern ist. Es wurde klar, dass es wichtig für jeden ist, sich gut auszukennen wie z. B. mit den Notwendigkeiten der Dosisanpassung, aber auch mit den Bedürfnissen des eigenen Körpers. Hier weiß der Patient in einigen Situationen mitunter besser Bescheid, als ein fremder Arzt in einer Notaufnahme.

Ein weiterer Vortrag war überaus anschaulich, aber nichts für zarte Gemüter, wobei das Bildmaterial sorgfältig vom Vortragenden Herrn PD Dr. med. Jürgen Kreutzer, einem Neurochirurgen aus Nürnberg, ausgewählt worden war. Er berichtete von der Geschichte und dem aktuellen Stand der transphenoidalen Hypophysenchirurgie.

Das eingebundene Video und seine lebhafte Darstellung zeigten, wie durchdacht die Hypophysenchirurgie heutzutage ist. Für die Betroffenen wurden so viele Fragen beantwortet und Unsicherheiten beseitigt. Sehr interessant war auch die Entwicklung der Techniken in diesem Bereich im Lauf der Zeit, vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute. Ein Vortrag der wirklich aus dem Leben gegriffen war. Auch hier fehlte der Wortwitz nicht. So wissen wir nun, dass wahre Männer keine Navigation benötigen, sie im OP manchmal aber doch unerlässlich ist.

Den abschließenden Vortag gestaltete Herr Prof. Dr. med. Christian Seifarth. Obwohl er betonte, dass das Thema sehr theorielastig sei, sorgte er für den notwendigen Ausgleich, indem er seine künstlerische Ader auf zwei schwarzen Tafeln präsentierte. Mit Hilfe von Zeichnungen zeigte er die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Organen und Hormonen auf, bevor er auf die verschiedenen Tests zu sprechen kam, die in diesem Kreislauf möglich sind und durchgeführt werden können.

Insgesamt war es für alle Beteiligten ein sehr informativer, gemütlicher und lehrreicher Tag und wir freuen uns auf das nächste Mal!

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